Was ist Spreadshirt?

Von Hewal Günes

Zuletzt aktualisiert: März 7, 2022


Wer sich mit Print on Demand beschäftigt, wird sehr schnell über Spreadshirt (Sprd.net AG bzw. Spread Group) stolpern.

Spreadshirt wurde 2001 von Lukasz Gadowski und Matthias Spieß gegründet. Das damalige Start-up hat seinen Sitz in Leipzig. 2006 wurde von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft (AG) gewandelt. (Quelle: Wikipedia)

Spreadshirt hat eine der umfangsreichsten Produktpaletten (etwa 200 Produkte) im Print on Demand Business. Das Angebot startet bei klassischen Produkte wie T-Shirts, Pullis, Tank-Tops usw. Darüber hinaus bietet Spreadshirt auch Bodys für Babys, Tassen, Turnbeutel oder Sticker. Abgerundet wird das Angebot durch exotische Produkte wie Brotdosen und Hunde Bandanas.

Und selbst das ist noch nicht alles. Spreadshirt bietet dir die Möglichkeit, deinen eigenen Onlineshop zu betreiben, entweder direkt über Spreadshirt (Spreadshop) oder als Dropshipping Partner (SPOD).

Warum du dir Spreadshirt genauer ansehen solltest, und wie du damit Geld verdienen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Die Vorteile von Spreadshirt

Nachdem wir das “Was ist Spreadshirt” bereits oben geklärt haben, möchte ich auf die Vorteile von Spreadshirt gegenüber anderen Plattformen eingehen.

Wie bereits oben erwähnt, ist die Produktpalette riesig. Damit lässt sich so ziemlich jedes bedruckbares Produkt verkaufen. Während z.B. Amazon eine recht überschaubare Produktpalette hat, gibt es bei Spreadshirt fast nichts, was nicht bedruckt wird. Mittlerweile kann man sogar ausgewählte Produkte besticken lassen.

Kinder & Babykleidung bei Spreadshirt
Kinder & Babykleidung bei Spreadshirt

Über Qualität lässt sich streiten. Allerdings ist die Qualität der Spreadshirt Produkte wirklich gut. Sowohl der Stoff bei der Bekleidung als auch die anderen Produkte erfüllen einen hohen Qualitätsstandard.

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Eine hohe Qualität sichert dir und Spreadshirt wiederkehrende Kundschaft. Somit liegt der Pluspunkt klar auf der Hand.

Personalisierte Produkte auf Spreadshirt

Spreadshirt Selbst Gestalten Bereich
Spredshirt Design personalisieren.
Der “Selbst Gestalten Bereich” von Spreadshirt

Spreadshirt hat mit der Möglichkeit, sich seine Produkte (als Kunde) individuell zu gestalten oder personalisieren ein Alleinstellungsmerkmal.

So kann sich der Kunde z.B. ein Geburtstagsdesign auswählen und selbst den Namen des Geburtstagskindes hinzufügen. Auch das Verändern der Größe oder sogar die Kombination mehrerer Designs ist möglich.

Das Individualisieren der Produkte hat auch einen weiteren – zugegebenermaßen versteckten – Vorteil gegenüber anderen Plattformen: Im Gegensatz zu den “normalen” Drucken aus dem Marktplatz verliert der Kunde sein Rückgaberecht wegen nicht gefallen. Das Produkt ist somit nämlich eine Einzelanfertigung und fällt daher nicht mehr in die allgemeine 14-tägige Rückgaberegelung.

Auch wenn der Anteil der sogenannten “Selbstgestalten Designs” (also vom Kunden nochmal individualisiert) verhältnismäßig gering ist, so fällt die allgemeine Return Rate bei Spreadshirt erstaunlich gering aus. Bei mir liegt die Rückgabequote bei 1,4 % (!). Im Gegensatz zu ca. 8% bei Merch by Amazon ist das sehr gering.

International verkaufen mit Spreadshirt

Das verwirrt einige: Um in Europa verkaufen zu können, benötigt man einen europäischen Account (z.B. unter spreadshirt.de). Wer seine Designs zusätzlich in Amerika, Kanada und Australien verkaufen möchte, benötigt einen zusätzlichen Account auf Spreadshirt.com.

Man kann für beide Accounts jeweils die gleiche E-Mailadresse verwenden. Ebenso ist es erlaubt, auf beiden Plattformen die selben Designs zu veröffentlichen. Es macht natürlich eher weniger Sinn, ein deutsches Design auf Spreadshirt.com zu veröffentlichen.

Hier die Länder, in denen derzeit Spreadshirt verkauft.

Europa:

  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweiz
  • Frankreich
  • Großbritannien
  • Irland
  • Niederlande
  • Polen
  • Spanien
  • Italien
  • Belgien
  • Schweden
  • Norwegen
  • Dänemark
  • Finnland

Amerika und restliche Welt:

  • Amerika (keine nähere Definition lt. Spreadshirt)
  • Australien
  • Kanada

Wie du erkennen kannst, hat Spreadshirt ein riesiges Einzugsgebiet, was es dir ermöglicht, in vielen Märkten zu verkaufen.

Spreadshirt und die Preisstrategie

Ursprüngliche konnte man auf Spreadshirt die Preise für seine Designs selbst festlegen. Der Grundpreis des Produktes + dein Design Preis ergab dann den Gesamtpreis.

In der Regel hat man für sein Design irgendwas zwischen 4 – 8 Euro verlangt. Das war ziemlich lukrativ. Allerdings hatte dies vor allem für Spreadshirt auch Nachteile (Preisdruck Konkurrenz).

So entschied sich Spreadshirt, zum 2. März 2020 einheitliche Preise anzubieten. Das hatte zur Folge, dass es für jedes Produkt eine feste Provision gab, die natürlich deutlich geringer war als noch bei der freien Preisgestaltung.

Für Spreadshirt ging die Rechnung auch auf. Das Unternehmen konnte die Verkäufe und Einnahmen 2020 und 2021 deutlich erhöhen.

Leider haben sich die erhöhten Verkäufe mit den reduzierten Einnahmen für die Designer nicht gedeckt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man bei Spreadshirt keine guten Einnahmen erzielen kann, ganz im Gegenteil.

Die Star Academy (Sternenklasse) auf Spreadshirt

Spreadshirt Star Academy Sternenakademie Sternenklasse
Die Star Academy auf Spreadshirt

Juni 2021 führte Spreadshirt die Sternen Akademie mit Sternenklassen ein. Es gibt 5 Ränge mit verschiedenen Einschränkungen bzw. Vorzügen.

Sternenklasse 1 – Starter

Jeder, der sich bei Spreadshirt für den Verkauf registriert, landet automatisch in Sternenklasse 1. Hier überprüft Spreadshirt jedes von dir hochgeladene Design einzeln. Die Prüfung kann unter umständen auch ein paar Tage dauern. So stellt Spreadshirt sicher, dass weder du noch Spreadshirt von Urheber- und/oder Markenrechtsverletzungen seid.

Wenn du 10 Designs hochgeladen hast und es dabei keine Verstöße gegen die Richtlinien gab, kommst du in der Regel auf die nächste Stufe.

Sternenklasse 2 – Pilot

Nun kannst du 200 Designs hochladen. Die Prüfung deiner Designs geht nun in der Regel deutlich schneller.

Um in die nächsten Stufen zu kommen, gibt es zwei Kriterien. Du musst allerdings nur eine davon erfüllen.

5 relevante Designs: Spreadshirt schaut sich deine Designs an. Sind dabei 5 besonders gelungene (Originell, qualitativ hochwertig) Designs dabei, wirst du auf Sternenklasse 3 hochgestuft.

Verkauf von 100 Produkten: sobald du 100 Produkte verkauft hast, bist du bereit für Sternenklasse 4. Hierbei spielt es keine Rolle, welche Produkte. Es gilt jedes Produkt und jedes Design (auch mehrfach Verkäufe).
“Selbst-Gestalten” Verkäufe zählen leider nicht dazu. Natürlich werden Stornos und Returns auch nicht dazu gezählt.

Sternenklasse 3 – Astronaut

Ab der 3. Stufe kannst du 500 Designs hochladen. Außerdem wird dir Zugang zum FanArt Programm gewährt. Dadurch ist es dir möglich, Designs im Bezug zu gewissen Marken zu veröffentlichen. Derzeit ist das Programm allerdings mit einer Marke (Smileys) recht überschaubar.

Die Sternenklasse 3 ist überspringbar. Solltest du bereits 100 Verkäufe haben, Spreadshirt aber noch nicht 5 deiner Designs als relevant eingestuft haben, kommst du in Sternenklasse 4.

Sternenklasse 4 – Space Captain

Nach 100 Verkäufen landest du in der Sternenklasse 4. Unabhängig davon, ob Spreadshirt 5 deiner Designs als besonders relevant eingestuft hat.

In dieser Klasse kannst du unbegrenzt Designs hochladen. Ansonsten unterscheidet sich die Klasse nicht weiter von der vorherigen Sternenklasse 3.

Sternenklasse 5 – Master of the Galaxy

Das ist die höchste Stufe bei Spreadshirt. Diese erreichst du, sobald 5 deiner Designs von Spreadshirt als relevant eingestuft wurden und du zusätzlich 100 Designs verkauft hast. Wie bereits in Sternenklasse 4 zählen Verkäufe aus dem “selbst gestalten” Bereich NICHT dazu.

Spreadshirt gewährt dir hier Zugang zu exklusiven Events und zusätzlich Zugang zu einer speziellen Spreadshirt Facebook Gruppe.

Status “Lost in Space”

Verstößt du wiederholt gegen die Regeln, die Community Standards oder liegt deine Ablehnrate über 10% deiner gesamten eingereichten Designs, setzt dich Spreadshirt “Lost in Space”. So kannst du insgesamt nur noch 50 Designs veröffentlichen.

Um aus diesem Status wieder heraus zu kommen, muss deine Ablehnquote unter 10% sinken oder aber du setzt dich mit Spreadshirt in Verbindung und versuchst das Problem zu klären.

Designs erstellen: Spreadshirt ist sehr wählerisch

Einfach einen fertigen Vektor platzieren und einen Text darunter oder darüber setzen – fertig ist das Design? Könnte man meinen, aber Spreadshirt mag das gar nicht. Sie möchten ihren Kunden das beste Shopping Erlebnis bieten. Daher ist es nicht gestattet, Vektoren der einschlägigen Plattformen wie Vexels, Freepik oder Creative Fabrica 1:1 hochzuladen oder als Hauptelement zu nutzen.

Du musst ein völlig neues und eigenständiges Design aus den Vektoren erstellen. Gerade am Anfang im Print on Demand kann das eine Herausforderung sein.

Am Ende musst du dir einfach die Frage stellen: Ist mein Design auf den Vektorplattformen wieder erkennbar?

Es bietet sich daher an, einzelne Elemente eines Vektors zu verwenden und Grafiken von verschiedenen Plattformen zu kombinieren und alle Elemente zu verändern.

Das klingt etwas kompliziert, aber man bekommt sehr schnell ein Gefühl dafür.

Der Spreadshop: Viel mehr Freiheit für deine Preisgestaltung

Wer keine Lust auf die Star Academy hat, selbst die Preise festlegen oder einfach nur Merch für sein Unternehmen oder YouTube Kanal verkaufen möchte, kann dies mit dem Spreadshop sehr leicht umsetzen.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Du musst dich lediglich um die Designs und Kunden kümmern. Alle andere macht Spreadshirt für dich.

Das funktioniert ähnlich wie das klassische Marktplatzmodell. Du erstellst wie gewohnt deine Designs und lädst diese bei Spreadshirt hoch. Nur eben nicht auf dem Marktplatz, sondern in deinen eigenen Shop.

Anschließend wählst du wie gewohnt die Produkte aus und schreibst die Beschreibung (Listing). Anschließend gibst du den Betrag je Produkt ein, den du verdienen möchtest. So kannst du die Preise selbst bestimmen und damit auch, was du je Verkauf verdienst.

Bestellt ein Kunde Produkte aus deinem Spreadshop, wickelt Spreadshirt alles für dich ab. Von der Rechnungsstellung, Druck, Zahlungsabwicklung, Versand und Kundenservice.

Der Kunde erhält eine Rechnung von Spreadshirt. Nach außen hin tritt also Spreadshirt als Verkäufer gegenüber dem Kunden auf, du verdienst entsprechend Provisionen.

Neben der eigenen Preisgestaltung gibt es noch einen weiteren großen Unterschied: Du musst für die Kunden sorgen. Dies kannst du entweder über deinen YouTube Kanal oder über Facebook- und Google Werbeanzeigen machen.

Eigener Onlineshop mit Spreadshirt als Dropshipping Partner (SPOD)

Du möchtest einen ganz eigenen Onlineshop aufbauen? Dann ist SPOD (Spreadshirt Print-on-Demand) genau richtig für dich.

Hierbei tritt Spreadshirt als Whitelabel Unternehmen auf. Das heißt, du verkaufst deine eigenen Produkte unter deinem Namen und für den Kunden ist nicht ersichtlich, dass die Ware von Spreadshirt kommt.

Spreadshirt übernimmt in diesem Fall auch wieder für dich den Druck und Versand. Allerdings bist du – im Gegensatz zum Spreadshop – für alle andere verantwortlich. Also auch für den Kundenservice, die Zahlungs- und Retourenabwicklung usw.

Dies ist eine großartige Möglichkeit, deine eigene Marke aufzubauen und gleichzeitig eine vielzahl von Produkte anbieten zu können. SPOD ist dabei der zuverlässige Partner an deiner Seite, Made in Germany.

Fazit

Wer im Print on Demand Business (auch T-Shirt Business genannt) startet, sollte sich auf jeden Fall Spreadshirt ansehen.

Gerade wenn man noch auf die Annahme bei Merch by Amazon wartet, ist Spreadshirt eine großartige Plattform um die ersten Erfahrungen und Verkäufe zu sammeln bzw. generieren. Selbst wenn man bei Merch by Amazon (MBA) bereits einen Account hat, startet man hier im T10 und kann somit nur 10 Designs veröffentlichen, bis man die ersten 10 Verkäufe hat. Mit 10 Designs 10 Verkäufe – ohne bereits fundierte Erfahrungen im Print on Demand zu haben – generieren zu können, ist nämlich eine echte Herausforderung. Mehr über Merch by Amazon kannst du in diesem Artikel erfahren.

Spreadshirt hat mit der Star Academy einen Mechanismus eingeführt, um den Marktplatz sauber zu halten. Gerade am Anfang ist man versucht, alles Erdenkliche hochzuladen – frei dem Motto “Masse statt Klasse”.

Im Gegensatz zu früher ist es dadurch schon etwas anspruchsvoller geworden, auf Spreadshirt höhere Einnahmen zu erzielen. Jedoch stellt dies weniger eine Hürde als vielmehr eine Herausforderung dar, die jeder meistern sollte.

Mit dem Spreadshop und Spreadshirt als Dropshipping Partner kannst du noch Tiefer ins Print-on-Demand eintauchen.

Besonders mit dem SPOD-Service von Spreadshirt hast du die Möglichkeit, dir eine ganz eigene Marke mit all den Vorzügen (Verdienst, Markennamen, Reichweite usw.) aufbauen. Allerdings solltest du dafür schon Erfahrungen im E-Commerce mitbringen.

Um im Print on Demand – egal ob auf Spreadshirt oder MBA, mit deinem eigenen Spreadshop oder richtigen Onlineshop – wirklich erfolgreich zu werden, benötigt es auf Dauer viel Kreativität und Durchhaltevermögen. So wie in jedem anderen Business auch.

Über den Unternehmer "Daniel Gaiswinkler"

Daniel Gaiswinkler ist einer bekanntesten Print on Demand Experten in Deutschland. Mit leicht verständlichen Anleitungen hilft er seinen Kunden seit über 6 Jahren, sich ein profitables Print on Demand Business aufzubauen.

Die Print on Demand Academy mit über 100 Videos zu allen drei Modellen und monatlichen Live Webinaren.